Lorkowski-Kunstausstellung in Morsbach

Unter dem Begriff Synthesis veranstaltet in Kürze Günter Lorkowski eine Kunstausstellung im Rathaus in Morsbach.

Er wohnte ab 1973 einige Jahre in Morsbach-Steimelhagen wo er auch sein Atelier betrieb. Heute lebt mit seiner Frau Denise in Schladern, hat aber seine Kontakte zu Morsbacher Freunden nie ganz abreißen lassen. Er wird einigen Menschen aus Morsbach und Umgebung sicher noch in Erinnerung sein.

Günter Lorkowski

Ein aktuelles Foto des Künstlers vor seinem Meisterwerk (nach eigener Einschätzung) „Die Wahrheit“

Die nun bevorstehende Ausstellung zeigt beeindruckende zeitkritische, umweltpolitische, visionäre oftmals surrealistisch anmutende Gemälde, aber auch tolle Landschaftsbilder, besonders aus Australien und Neuseeland, wo Lorkowski lange Zeiten verbrachte. .

Lorkowski wurde 1938 in Gladbeck geboren und gelangte aufgrund eines Unfalls (der ihn zwang, seinen ursprünglichen Beruf aufzugeben) zur Malerei. Er, der sich eigentlich als Autodidakt sieht, lernte die Malerei in VHS-Kursen und studierte von 1969 bis 1971 an der Antwerpener Kunstschule. Seine Bilder waren unter anderem auf Ausstellungen in Antwerpen, Kontich, Gladbeck, Bottrop, Wiehl, Wissen, Bochum und Brüssel zu sehen. 1977 waren seine Bilder Teil einer Ausstellung zugunsten der „Aktion Sorgenkind“ im Haus im Kurpark in Morsbach.

Lorkowski, dessen Werke manchmal an Bilder des Surrealisten Salvatore Dali erinnern, sieht sich als Vertreter der sogenannten visionären Realistik. Nach Experimenten mit dem Malerspachtel bevorzugt er heute mit dem Pinsel aufgetragene Ölfarbe und wählt am liebsten einen Untergrund aus Holz. Über die vorherrschenden Themen seiner Bilder, in zeitgenössischen Renzensionen manchmal als bedrückend bezeichnet, sagt Lorkowski: „Die Kompositionen einiger meiner Arbeiten zeigen die durch Politik und Wirtschaft bewirkten Tragödien der menschlichen Gesellschaft in aller Welt, insbesondere des 20. Jahrhunderts bis in die heutige Zeit.“

Gesellschaftskritik, der Mensch in Beziehung zu seiner Umwelt und dem Kosmos, die Bevormundung und Manipulation der Menschen durch die Reichen und Mächtigen – all dies herauszuarbeiten und auf die Leinwand zu bringen, hat sich Günter Lorkowski zur Aufgabe gemacht.

Zur Interpretation seiner Werke äußert er sich wie folgt: „Die Dimensionen von der wahren Wirklichkeit erfahren wir nur mehr im allgegenwärtigen, dahinfliegenden Kosmos, wie ich es mit vielen Bildern, auch mit Landschaftsdarstellungen andeuten möchte.“ Obwohl seine Bildkompositionen manchmal ein eher hoffnungsloses Bild der Menschheit vermitteln, hat Günter Lorkowski den Glauben an die Menschen nicht verloren – ganz im Gegenteil: „Ich halte es durchaus für möglich, den dem Volk von den modernen Volksvertretern auferlegten, vielschichtigen Schleier zu durchbrechen, um die Dimensionen der Wirklichkeit zu erkennen. Menschen wollen nicht von Netzen und Maschinen vergewaltigt und verschlungen werden. Manch Bürger vertritt die Meinung, daß es sich bei Megakonzernen und/oder Regierungen in Bezug auf die Umwelt, ihre eigenen Bürger oder was auch immer, lediglich um legalisierte Kriminalität handelt. Auch der Glaube, daß die Demokratie denen gehört, die an den Börsen der Welt jonglieren, ist weit verbreitet.“

Mit dieser Aussage, die sich auch in einigen seiner Bildkompositionen wiederfindet, bringt Lorkowski sicher die Meinung vieler Menschen auf den Punkt. Nach seinen Ansichten zur zeitgenössischen Kunst gefragt, entgegnet er: „Ich denke, die meisten Kunstwerke verschiedener, hochbezahlter Künstler dienen mehr der Dekoration. Gute Kunst sollte das Publikum zum Nachdenken bringen.“

Wer Günter Lorkowskis Bilder sehen und sich darauf einlassen will und sich zum Nachdenken anregen lassen möchte, hat hierzu ab 8. Mai im Rathaus in Morsbach (Bahnhofstraße 2) Gelegenheit dazu.

Eröffnung im Beisein des Künstlers am 8. Mai um 15 Uhr.

Der Eintritt ist frei.

Öffnungszeiten des Rathauses in Morsbach: Montag bis Freitag von 08.00 bis 12.00 Uhr, zusätzlich montags von 14.00 bis 16.00 Uhr und donnerstags von 14.00 bis 18.00 Uhr.

Und vielleicht hat man nach dem Besuch der Ausstellung gelernt, daß „die Dinge nicht so sind, wie sie erscheinen.“

(Text & Bild: Thomas Weber)

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