Stromnetz in Windeck weiterhin in der Hand der großen Konzerne

energiewende_stromseeEntgegen den benachbarten Gemeinden wie Waldbröl und Neunkirchen-Seelscheid, wurde nun in der letzten Ratssitzung, mit den Stimmen von SPD und Grünen, gegen die Übernahme des Stromnetzes gestimmt und der bereits seit 20 Jahren existierende Konzessionsvertrag verlängert.
Allerdings gibt es nun Klauseln, die einen frühzeitigen Ausstieg nach 5, 10 oder 15 Jahren ermöglichen sollen.

Ursprünglich sollte das bestehende Stromnetz durch die Gemeinde übernommen werden, um so Gelder für die Gemeindekasse einzunehmen. Aufgrund der derzeit knappen Kassen, wurde aber nun vorerst gegen eine Übernahme gestimmt. Aufgeschoben bedeutet aber nicht gleich aufgehoben.

Allerdings wurde am Montag dem Projekt Windeenergie wieder frischer Wind eingehaucht, denn die parteiübergreifende Arbeitsgruppe Windenergie traf seit langem noch mal aufeinander um sich über weiteres Vorgehen zu beraten. Durch den „grünen Strom“ besteht ebenfalls die Möglichkeit die rote Gemeinde Kasse wieder etwas zu füllen.

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  5 Kommentare:

  1. Frank Steiniger
    30. Januar 2014 um 16:28 Uhr

    Das ist ja ein sehr rot-grün eingenordeter Artikel.
    Die Gemeinde hat immer wenig Geld, aber man würde ein Stromnetz ja über Kredite refinanzieren. Ob in 5, 10 oder 15 Jahren die Zinsen noch so niedrig sind, darf angezweifelt werden. Mit einem Anteil von 51% der Stromnetze und den Einsparungen bei der Straßenbeleuchtung würde das dem Gemeindehaushalt pro Jahr ab 2015 ca. EUR 300.000,00 bringen. Diese Entscheidung von SPD und Grünen ist eine Farce! Die Beratungskosten von ca. EUR 200.000,00 sind aber erstmal futsch.

    Zum Thema „Arbeitsgruppe Windekraft“: Die SPD wollte unbedingt diese Arbeitsgruppe, um Bürger in die Diskussion mit einzubinden. Jetzt tagt dann die Gruppe erstmals nach einem Jahr und dann ist weder einer von der SPD noch einer von den Grünen anwesend und Bürger wurden gar nicht eingeladen!

    Das zum „frischen Wind“!

  2. M. Wendt -Ginsberg
    30. Januar 2014 um 18:56 Uhr

    Der Kommentar im Artikel „aufgrund der derzeit knappen Kassen“ gefällt mir. Gab es irgendwann in Windeck mal keine knappen Kassen. Wann hören wir auf unsere kanppen Kassen als Ausrede für alles zu benutzen? Wieder einmal viele schöne Worte, aber keine Taten. Schade, so kommen wir in Windeck nicht weiter. Eigentlich haben wir Windecker besseres verdient!

  3. Azazel
    30. Januar 2014 um 21:29 Uhr

    Peinliche Nummer von den Verantwortlichen! Beratungskosten verpulvern und sich das Gefühl zu geben alles richtig gemacht zu haben..man hat 20 Jahre gewartet eine solche Chance zu bekommen?! Wirtschaften ist wohl nicht die Stärke des Rates um den Bürgermeister 😀

  4. F.S.
    31. Januar 2014 um 13:41 Uhr

    Richtig erkannt, aber man darf hier die Parteien nicht in einen Topf werfen: CDU und sogar DIE LINKE, sicher nicht verdächtig, der CDU nahe zu stehen, wollten die Chance ergreifen, jetzt die Stromnetzte anteilig zu übernehmen.

  5. R. Schumacher + P. Christ
    28. März 2014 um 18:38 Uhr

    Nach einigen Jahren der Abstinenz, wohnen wir seit 1992 wieder in Windeck. Obwohl wir uns immer relativ wenig für die Windecker Kommunalpolitik interessiert haben, mussten wir feststellen, dass unsere Gemeinde in all den Jahren immer unter Geldnot gelitten hat, gleichzeitig aber in vielen Bereichen mehr von ihren Bürgern fordert, als das andere Kommunen tun. Ob es die Hebesätze für Gewerbe- und Grundsteuer sind, Gebühren für Wasser- und Abwasser oder die Hundesteuer (!), überall legt Windeck weit oben in den Vergleichen, und das nicht nur in NRW, sondern bundesweit. Aus unserer Nachbar- bzw. Bekanntschaft sind deswegen schon zwei Familien ins nicht allzu ferne Rheinland-Pfalz umgezogen, in dem es sich offensichtlich preiswerter leben lässt, als hier. Uns ist bewusst, dass Windeck als Flächengemeinde mit relativ geringer Bevölkerungsdichte hohe Kosten mit geringem Budget bewältigen muss, aber wir erlauben uns auch die Frage zu stellen, welche Maßnahmen zur Verbesserung dieser Situation von den gewählten Volksvertretern in den letzten zwanzig Jahren ergriffen und wie diese -wenn vorhanden- mit den Bürgern kommuniziert wurden. Nur durch einen Zufall haben wir davon erfahren, dass die Gemeinde den Konzessionsvertrag mit RWE zur Nutzung des Stromnetzes verlängert hat. Auch den unerfahrensten Entscheidern sollte nicht entgangen sein, welche Anstrengungen andere Kommunen -wie z.B. unsere Kreisstadt- unternehmen, um das Stromnetz wieder in eigene Hände zu bekommen. Die Energiekonzerne und hierbei insbesondere RWE haben in der Vergangenheit zu wenig getan, um sich den Herausforderungen eines sich verändernden Marktes anzupassen. Mit von Steuergeldern subventioniertem billigem Atomstrom haben sie Milliarden Euro verdient und stehen im Angesicht der Energiewende vor großen Problemen. Ihnen ist bewusst, dass Stromnetze langfristig sichere Einnahmen bescheren und setzen dieses Wissen konsequent ein und überziehen Kommunen, die „ihr“ Stromnetz wiederhaben wollen mit Prozessen. Hier stellt sich die Frage, wenn RWE und die Verantwortlichen in Siegburg um den Wert der Stromnetze wissen, aus welchem Grund weiß das anscheinend keiner der Verantwortlichen in Rosbach? Warum also wurde der Konzessionsvertrag verlängert? Waren es rein finanzielle Gründe? Oder fehlt schlicht und ergreifend das Knowhow? Wir wissen es nicht, werden uns aber bei der Gemeinde erkundigen, auch über die „Beratungskosten“!

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