Rückblick auf den Weltfrauentag in der Verbandsgemeinde Hamm (Sieg)

Der diesjährige Weltfrauentag stand in der Verbandsgemeinde Hamm (Sieg) ganz im Zeichen der LandFrau und Stiftungsgründerin Adele Pleines. Am Sonntagabend des 08. März füllten an die hundert Besucher:innen das KulturHaus – ein überwiegend weibliches Publikum, unter das sich allerdings auch, wie von den Veranstalterinnen erhofft, Männer mischten. Das stimmungsvolle, erwartungsvolle Ambiente wurde nicht zuletzt durch die liebevolle Dekoration des Saals kreiert: Die Balustrade und Bühne waren in violette Tücher gehüllt und mit Gestecken und Pflanzen bestückt, die von Christina Fuhrmann, der Betreiberin der Floristik Werkstatt in Hamm (Sieg), arrangiert worden waren.
Nach der Begrüßung durch die Beigeordnete Monika Jaschek und die Moderatorin des Abends, Lisa-Marie Petzold, rückte Adele Pleines‘ Leben und Wirken ins Rampenlicht: Annalena Giesbrecht, die im Rahmen ihrer Tätigkeit in der Verbandsgemeindeverwaltung verschiedene organisatorische Aufgaben für die Adele-Pleines-Hilfe-Stiftung wahrnimmt, gab einen Einblick in Pleines‘ Hintergründe und Vermächtnis. Mit einer farbenfrohen Kurzpräsentation erläuterte sie Pleines‘ Kernanliegen. Als Teil einer Großfamilie setzte sich Adele Pleines Zeit ihres Lebens für Bildungschancen und die Realisation von Fördermöglichkeiten ein. Mit ihrem außergewöhnlichen Engagement und ihrem Einsatz als Lehrkraft gelang es ihr, das Leben für viele in der Region zu verbessern. Außerdem unterstützte sie die LandFrauen dabei, im Kreis Altenkirchen Fuß zu fassen. An ihrem Lebensabend gründete Pleines 2004 schließlich ihre eigene, gemeinnützige Stiftung, die ihrem andauernden Vermächtnis Form verlieh und bis heute die Umsetzung zahlreicher, sozialer Projekte in der Verbandsgemeinde Hamm (Sieg) ermöglichte.
„Sie war niemand, die sagte, man müsste mal, man könnte mal, man sollte mal“, fasste es die Laudatio des ehemaligen Ortsbürgermeisters Hans Schmidt treffend zusammen, die von Sandra Gräfenstein verlesen wurde. Schmidt war an dem Abend selbst verhindert, ist jedoch ansonsten Teil des heutigen Stiftungsrats. In seinem Schreiben schilderte Schmidt, der Pleines‘ noch persönlich kennenlernen durfte, ihren Pragmatismus und ihre Menschlichkeit.
Im Anschluss daran gab es die Möglichkeit für mehrere kreative Beiträge:
Aus dem Kunsthaus Wäldchen in Forst angereist, präsentierte die Künstlerin und Autorin Dorothee Marzinzik in einem atmosphärischen Gesamtarrangement aus Wort, Ton und Bild eine Komposition von ausdrucksstarken Gedichten aus ihrem eigenen Projekt. Zu dem variierenden Klang von Marzinzik Stimme und der dezenten Untermalung durch Daniel Diestelkamp am Flügel konnte das Publikum „Stille trinken“ und in sich und die Welt hineinhorchen.
Die Autorin Jana Richartz, die ihre Jugend in Hamm (Sieg) verbrachte, hatte mehrere Textpassagen zu Themen wie Zuversicht und Zukunftsängste mitgebracht und teilte zwischen den kurzen Lesungen einige ihrer Assoziationen zu Adele Pleines und dem Frauentag. „Obwohl ich sie nicht persönlich kannte, merkt man ihrem Vermächtnis an, dass sie an die Menschen und ihre Fähigkeiten geglaubt hat“, erklärte sie. Auf dem eigenen Weg bestärkt zu werden, sei von nicht zu unterschätzender Bedeutung für die eigene Entwicklung. „Wir Frauen dürfen abseits von gesellschaftlichem Druck und Idealen ruhig einmal stolz auf uns sein.“
In jedem Fall konnte an diesem Abend die Tourismus- und Ehrenamtsbeauftragte der Verbandsgemeinde, Emilienne Markus, stolz sein: Sie hatte für die Veranstaltung die Initiative ergriffen und bei der anschließenden Organisation die Federführung übernommen. Darauf wies auch Bürgermeister Dietmar Henrich in seiner Ansprache zum Schluss hin und bat die Veranstalterin einmal „aus dem Hintergrund heraus“ nach vorne. Henrich und Markus bedankten sich beide herzlich bei allen Teilnehmerinnen und ihren Beiträgen.
Anschließend kamen die Gäste bei Essen und Trinken ins Gespräch: Zu einem reichhaltigen Buffet aus Pizza und gespendeten Vor- und Nachspeisen klang der kurzweilige Abend zu Ehren von Adele Pleines aus, während sich die Spendenbox der Stiftung füllte. Insgesamt summierten sich die freiwilligen Spenden der Gäste auf über 680 Euro.
Ausblick: Nach den beiden bisherigen, gelungen Veranstaltungen am Weltfrauentag – der Vernissage zur Ausstellung „Retrospektive“ von lokalen Künstlerinnen sowie dem Abend zu Ehren von Adele Pleines sind für kommende Jahre ähnliche Events angedacht. Zukünftig soll der Internationale Frauentag „heimliche Heldinnen“ aus der Verbandsgemeinde Hamm (Sieg) sichtbar machen: in einer Veranstaltung, die von Frauen organisiert wird und alle Interessierten zum Besuch einlädt.
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Die Adele-Pleines-Hilfe-Stiftung
Die Stiftung besteht nunmehr (Stand 2026) seit 22 Jahren und fördert in der Verbandsgemeinde Hamm (Sieg) Projekte im Bereich der Jugend-, Altenhilfe, Bildung, Erziehung, Kunst, Musik und im Kulturbereich. Im Mittelpunkt stehen häufig bildungsfördernde Maßnahmen.
Die Stiftung besteht aus einem Stiftungsrat und einem Vorstand aus Bürgermeister/in, Schuldirektor/in und Elternbeirat-Vorsitzende/r der IGS Hamm (Sieg) sowie der Vorsitzenden der LandFrauen im Bezirk Hamm (Sieg)).
Von 2018 bis 2025 erhielten allein 31 Projekte aus der Verbandsgemeinde Hamm (Sieg) Zuwendungen. Um die Stiftung innerhalb der Bevölkerung noch bekannter zu machen, veranstaltete man 2022 eine Spendengala im Kloster Marienthal und 2025 einen Spendenabend in der Raiffeisenwoche („Hämmscher Talente“).
Weitere Informationen zur Stiftung finden sich unter: www.hamm-sieg.de/de/freizeit-tourismus/ehrenamt/adele-pleines-hilfe-stiftung/
(Text & Bild: Emilienne Markus)






