Das Ergebnis der vergangenen Landtagswahlen ist erschreckend. Überraschend ist es allerdings nicht. Seit Jahren erleben wir einen wachsenden Vertrauensverlust in die etablierten Parteien und steigende Zustimmung für rechtspopulistische und rechtsextreme Kräfte. Trotzdem folgt auf neue Wahlergebnisse immer wieder dieselbe Reaktion: Man müsse die eigene Politik nur besser erklären.

Doch genau hier liegt ein Teil des Problems. Viele Menschen haben zu Recht längst das Gefühl, dass die Politik den Kontakt zu ihrer Lebenswirklichkeit verloren hat. Sie wollen nicht ständig erklärt bekommen, warum politische Entscheidungen richtig sind. Sie wollen, dass ihre Sorgen gehört und ernst genommen werden.
Es fehlt deshalb nicht nur an besseren Erklärungen. Es fehlt an Mut: dem Mut, wieder klar zu sagen, wofür wir stehen. Auch wir als SPD müssen uns fragen, wie wir uns erneuern können. Wer stattdessen versucht, Positionen von rechts zu übernehmen, um deren Wähler zurückzugewinnen, macht es sich zu einfach.
Vor allem müssen wir wieder menschlich zueinander finden. Politik darf nicht nur aus Parlamenten, Talkshows und sozialen Medien bestehen. Menschen wollen mit ihren Anliegen ernst genommen werden – nicht als Problem, das man kommunikativ lösen muss.
Genau hier liegt eine Stärke kommunaler Politik. In Windeck begegnen sich Bürgerinnen und Bürger und Kommunalpolitiker nicht nur bei Wahlen. Wir treffen uns beim Einkaufen, in Vereinen, auf Veranstaltungen oder im Alltag. Man kennt sich, spricht miteinander und bekommt unmittelbar mit, was die Menschen bewegt.
Diese Nähe wollen wir bewahren und ausbauen. Sprechen Sie deshalb gerne Ihre Ratsvertreter an, wenn Sie etwas bewegt. Auch arbeiten wir an unterschiedlichen Formaten, um noch direkter mit den Menschen in Windeck ins Gespräch zu kommen.
Denn Politik muss nicht nur über Menschen reden – sie muss mit ihnen reden.
SPD – Weil es um Windeck geht
#politikvorort #offenesohr #wirhörenzu






Sehr geehrte Damen und Herren, die sich immer wieder berufen fühlen, das Selbe vorzubeten. Was ich erlebe ist, dass „man“ einfach nur an der Macht sein will. Was unterscheiden sich denn die etablierten Parteien der so genannten Mitte von der AFD? Die selben Worthülsen: wir sollten, wir müssten, wir könnten…! Dieser Quatsch wir gebetsmühlenhaft vor jeder und nach jeder Wahl erzählt (wenn diese wieder mal nicht das gewünschte Ergebnis gebracht hat). Was unterscheidet den die einzelnen Parteien? Wir Wähler und Nichtwähler müssen zusehen, wie sich Politiker zerfleischen, sich drehen und winden und ihre erlernte Rhetorik so einsetzen, dass man sein gesagtes jederzeit wieder so drehen kann, wie man es gerade braucht. Das ist billig und unglaubwürdig. Es wird von Demokratie gesprochen . Gehört nicht auch zur Demokratie dazu, den Wählerwillen zu akzeptieren, statt eine Koalition auf Biegen und Brechen zu führen, die nur noch mehr Stillstand bedeutet? Und wenn man Gesetze nur ohne eine Stimme der AFD dulden möchte, sind dann nicht alle anderen die wie die AFD gegen ein Gesetz stimmt nicht automatisch auf der Seite der AFD. Und sind die Linken nicht so verblendet, dass man den gescheiterten Kommunismus einfach ausblendet? Die ist die Meinung eines (noch) nicht AFD-Wählers. Macht alle weiter so und wir werden scheitern, ihr (Politiker) werdet scheitern. Dies ist die Meinung von Jens Bensch
Vielen Dank für Ihre offenen Worte. Dass viele Menschen von politischen Worthülsen, gegenseitigen Schuldzuweisungen und dem Gefühl, dass Politik zu viel redet und zu wenig zuhört, frustriert sind, können wir nachvollziehen. Genau deshalb haben wir diesen Beitrag geschrieben.
Wir würden aber gerne einen Unterschied machen: Kommunalpolitik ist für uns nicht in erster Linie eine Frage großer politischer Floskeln, sondern eine Frage ganz konkreter Entscheidungen vor Ort. Und daran möchten wir uns auch messen lassen.
Zum Beispiel daran, ob mit dem Geld der Gemeinde verantwortungsvoll umgegangen wird. Beim „Dorf der Generationen“ haben wir deshalb detailliert nach Investitionskosten, Folgekosten, Finanzierung, Besucherprognosen und möglichen Alternativen gefragt, bevor über ein Projekt dieser Größenordnung entschieden wird.
Oder an ganz praktischen Fragen wie Sicherheit und Ordnung. Wir haben ein konkretes Maßnahmenpaket für mehr Sicherheit am Bahnhof Rosbach beantragt – mit mehr Präsenz des Ordnungsamtes sowie einer besseren Zusammenarbeit mit Polizei und Deutscher Bahn.
Wir setzen uns außerdem dafür ein, dass die Betreuung unserer Grundschulkinder auch dann gewährleistet bleibt, wenn ein Träger in finanzielle Schwierigkeiten gerät. Und mit „WindeckStrom“ wollen wir prüfen, wie erneuerbare Energien vor Ort stärker genutzt werden können und wie Bürgerinnen und Bürger sowie die Gemeinde auch wirtschaftlich daran beteiligt werden können.
Das und unsere vielen anderen Themen sind keine abstrakten Versprechen für die nächste Wahl, sondern konkrete Anträge und Fragen, die wir als SPD-Fraktion aus der Opposition heraus in den Gemeinderat einbringen haben. Dabei verstehen wir uns als Stimme der Bürgerinnen und Bürger – auch dann, wenn das bedeutet, Entscheidungen der Mehrheit kritisch zu hinterfragen oder Konflikte nicht zu scheuen. Gleichzeitig wollen wir sachlich bleiben und Lösungen entwickeln, statt Konflikte um ihrer selbst willen zu führen.
Wir glauben deshalb: Man muss nicht jede politische Position teilen. Aber man sollte Parteien daran messen, was sie vor Ort tatsächlich tun, welche Entscheidungen sie treffen und wofür sie Verantwortung übernehmen. Genau darüber wollen wir mit den Menschen in Windeck ins Gespräch kommen – auch mit denen, die uns kritisch gegenüberstehen.
Sehr geehrte SPD´ler,
vielen Dank für die sehr gute Antwort. Natürlich versuche auch ich zwischen Kommunal-, Landes- und Bundespolitik zu unterscheiden. Zugegebner Maßen ist mir das in meinem letzten Statement nicht wirklich gelungen und vielleicht war ich auch nicht wirklich konstruktiv mit meiner Einlassung.
Sie haben recht! Die Gemeinde Windeck ist ein sehr gutes Stück vorangekommen, nicht zuletzt durch unsere (wirklich) gute Bürgemeisterin Frau Gauß. Es wurde vor allem in den letzten Jahren in Windeck viel bewegt.
Und dennoch: einen Teil meiner Kritik möchte ich aufrecht erhalten, aber besser formulieren und differenzieren.
Grundsätzlich ist es schon immer wichtig, mich an jeder Wahl zu beteiligen. Und inzwischen wähle ich nicht immer die gleiche Partei, weil dies immer schwieriger wird. Schließlich wählt „man“ bei jeder Kommunalwahl auch immer das Land und den Bund irgendwie mit.
Insbesondere die letzte Kommunalwahl hat es mir, und ich behaupte vielen anderen Wählern auch, sehr schwer gemacht, das vermeintlich Richtige zu wählen. Warum: Jede etablierte Partei hat die Wahlprogramme – zumindest aus meiner Sichtweise – wieder einmal sehr allgemein gehalten. Ich nehme mir immer die Zeit, die Wahlprogramme vor meiner Entscheidung, zu lesen.
Und jetzt zu meiner Kritik, parteiübergreifend: der Wähler findet an keiner Stelle – wir werden jenes Problem, so anpacken und verändern. Wirklich in allen Programmen findet man lediglich, das müsste, sollte, könnte … . Ein Weg, also das WIE geht man das an, fehlt gänzlich. Ebenso in dieser, Ihrer vorangestellten Antwort fomulieren Sie: wir WOLLEN mit den Bürgern und Bürgerinnen ins Gespräch kommen – warum tun Sie es dann nicht, in dem Sie sagen wir WERDEN mit allen ins Gespräch kommen und dann das WIE. Und das ist der Punkt, von denen sich die etablierten Parteien eben nicht von den Aussagen der AFD oder des BSW, oder sonstigen Gruppierungen unterscheiden.
Ich will mit meiner Kritik zum Ausdruck bringen, dass dies im Sinne der Messbarkeit, der Glaubwürdigkeit und einer gelebten Demokratie verändert werden muss. Ich, und ich denke ein jeder Wähler erwartet, dass immer zuerst eine Lösung und der Weg dahin aufgezeigt wird. Verständlich, und mit klaren Botschaften. Natürlich kann nicht alles durchgesetzt werden, wenn Koalitionen eingegangen werden müssen. Aber wenn im Vorfeld auch die Themen klar auf den Tisch liegen, dann schließen sich sicher auch politische Gegner an und dem Wähler wird es leichter gemacht, auch quasi Wunschkoalitionen zu wählen.
Und eine letzte Anmerkung meinerseits. Auch wenn ich persönlich mit der Arbeit unserer Bürgermeisterin Frau Gauß sehr zufrieden bin, so war ich doch ausgesprochen entäuscht, dass Parteien zur Kommunalwahl antreten, Programme veröffentlichen für die man stehen möchte 🙂 , aber nicht den Mut aufbringen kann, eine/n Bürgermeisterkandidaten/in in den „Ring zu schicken“.
Wenn man an etwas glaubt, so kämpft man (im positiven Sinne) auf allen Ebenen. Das schafft Glaubwürdigkeit.
Jens Bensch
Sehr geehrter Herr Bensch,
Ihren Wunsch, dass Parteien nicht nur Ziele formulieren, sondern auch konkrete Wege zur Umsetzung aufzeigen, halten wir für berechtigt. In unserem Wahlprogramm haben wir deshalb konkrete Themen und Lösungsansätze für Windeck vorgestellt: https://www.spd-windeck.de/unsere-themen-auf-einen-blick/
Auch Ihre Anmerkung zur Bürgernähe nehmen wir ernst. Wir arbeiten derzeit an verschiedenen Formaten, um für die Anliegen der Menschen in Windeck besser erreichbar zu sein. Dazu gehört auch, unsere direkten Kontaktmöglichkeiten stärker bekannt zu machen. Thomas Woopen (stellvertretender Fraktionsvorsitzender) und Hendrik Lück (Fraktionsgeschäftsführer) sind über eigens für die politische Arbeit eingerichtete WhatsApp-Nummern erreichbar:
Thomas Woopen: +49 179 1623647
Hendrik Lück: +49 1575 7264633
Wenn Sie konkrete Anliegen, Fragen oder Ideen haben, können Sie uns gerne direkt kontaktieren. Wir freuen uns ebenso über einen persönlichen Austausch. Weitere Angebote, um mit uns ins Gespräch zu kommen, werden nach und nach folgen. Denn Zuhören darf kein Wahlversprechen bleiben, sondern muss Teil der laufenden politischen Arbeit sein.
Zur fehlenden Bürgermeisterkandidatur: Wir hätten den demokratischen Wettbewerb gerne mit einer eigenen Kandidatur bereichert. Obwohl wir engagierte und geeignete Persönlichkeiten in unseren Reihen haben, hätten deren berufliche und private Verpflichtungen jedoch weder einen intensiven Wahlkampf noch die verantwortungsvolle Ausübung des Amtes ermöglicht. Eine Kandidatur muss für uns mit der nötigen Zeit und Verantwortung ausgefüllt werden können. Dass dadurch eine Wahlmöglichkeit fehlte, bedauern wir.
Vielen Dank für den sachlichen Austausch. Wir nehmen Ihre Kritik als Ansporn, unsere Arbeit und unsere Lösungsansätze noch konkreter und nachvollziehbarer zu machen.