Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist. (Talmud)

[Text & Bild von: Annemarie Röhrig]

Der Künstler Gunter Demnig hat am Freitag, 16. Oktober, zum 4. Mal in Windeck Stolpersteine verlegt. Gefreut hat das Stolpersteinteam vom AWO-Ortsverein Windeck, dass er auf dem Weg zu weiteren Aktionen in den Niederlanden noch einmal persönlich in unsere Gemeinde kam, um 2 Gedenksteine für NS-Opfer zu verlegen. Er schaffte hiermit wieder eine Grundlage dafür, dass Nachbarn, Angehörige und alle Bürger gedenken und sich mit der NS-Geschichte auseinandersetzen können.

In Herchen an der Siegtalstraße (Siegtaler Hof) wurde unter großer Beteiligung von Schulklassen und LehrerInnen des Bodelschwingh-Gymnasiums sowie vieler Windecker Bürgerinnen und Bürgern ein Stolperstein für Maria Schumacher in das Pflaster vor ihrer ehemaligen Haustür eingefügt. Sie hatte die KZ-Haft mit gesundheitlichen und finanziellen Schäden überlebt. 

Der Stifter ihres Stolpersteins, Herr Gogol, hielt eine Rede, die sehr einfühlsam das Schicksal von Maria schilderte, aber auch mahnte, die Erinnerung an die einzelnen Opfer und die Geschehnisse am Heimatort wachzuhalten: „Wer seine Vergangenheit nicht kennt, kann sich die Gegenwart nicht erklären und entwickelt keine Idee für die Zukunft“.  Nach Erläuterungen von Anne Röhrig zum Grauen im KZ Ravensbrück, welches Maria miterleben musste, fuhren die Organisatoren zur nächsten Verlegestelle. 

Vor Schmidts Haus in Obernau, in der Hegelstr. 21, wurde von Gunter Demnig ein Stolperstein für den Baptisten Wilhelm Schmidt verlegt. Er wurde 1944 ein Opfer der Patientenmorde, deportiert von Bonn über Andernach nach Lüben in Oberschlesien (heute Lubin in Polen). Am Gedenken beteiligten sich viele Menschen aus dem Ort, aber auch Verwandte des Mordopfers und Mitglieder seiner Baptistengemeinde, der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Windeck-Imhausen, die auch den Stolperstein für Wilhelm Schmidt stiftete. Einen bewegenden Wortbeitrag und ein Gebet trug Holger Schmidt, einer der „Ältesten“ der Baptistengemeinde, vor. Er und seine Verwandten sowie die ganze Gemeinde seien dankbar für die Recherche der Stolperstein-Initiative in Windeck: Vorher hatten sie nichts von dem Verbrechen an Wilhelm Schmidt gewusst.

Sehr gefreut hat uns die Teilnahme unserer Bürgermeisterin Alexandra Gauß, die an beiden Verlegstellen das Engagement aller Beteiligten würdigte.

Wer weitere Informationen oder Fotos zu Verfolgten des NS-Regimes beisteuern kann oder das Stolpersteinprojekt in Windeck fördern möchte, meldet sich bitte bei:

AWO-OV Windeck e.V., Anne Röhrig, Tel. 02292/3822, annemarie.roehrig@gmx.de

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