2-gleisiger Ausbau der Siegtalstrecke für den Güterverkehr ist nach wie vor keine Option

„Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen“, da sind sich die CDU Vorsitzenden aus Eitorf, Hennef und Windeck einig. Julian Finke, Thomas Wallau und Frank Ginsberg halten an ihrer Meinung fest, der 2-gleisige Ausbau der Siegtalstrecke für den Güterverkehr ist nicht akzeptabel. „Die Menschen entlang der Strecke sind schon heute durch Bahnlärm belästigt, ein Lärmzuwachs ist nicht hinnehmbar“, stellen sie am Rande eines gemeinsamen Treffens klar.

Gueterverkehr Zug Bahn

Der Bundesverkehrswegeplan wurde Mitte März im ersten Entwurf veröffentlicht. Damit beginnt die inhaltliche Beratung erst, bevor im Herbst die endgültige Entscheidung fällt. „Wir müssen die Zeit nutzen, um die gravierenden Nachteile des Ausbaus aufzuzeigen“, meinen auch die CDU Kreistagsabgeordneten entlang der Strecke, Renate Becker-Steinhauer, Hans-Peter Höhner und Martin Schenkelberg (Hennef), sowie Andreas Sonntag (Eitorf) und Björn Franken (Ruppichteroth/Windeck). „Der geplante Ausbau der Strecke kann nicht den kommenden Verkehrszuwachs auffangen, geschweige denn die Rheinschiene entlasten. Allein eine Neubaustrecke wäre dazu im Stande“, ist man sich einig.

Die Öffentlichkeit hat bis zum 02.Mai 2016 Gelegenheit um Bedenken vorzugtragen. Die Mandatsträger wollen die betroffenen Bürger ermutigen von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen. Dies kann per Post unter Angabe des Stichworts „BVWP 2030“ an die folgende Adresse:

Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur Referat G12 Invalidenstraße 44 D – 10115 Berlin Stichwort „BVWP 2030“

geschehen, oder über das Internet unter: http://www.bmvi.de/DE/VerkehrUndMobilitaet/Verkehrspolitik/Verkehrsinfrastruktur/Bundesverkehrswegeplan2030/StellungnahmeAbgeben/stellungnahme_node.html

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  14 Kommentare:

  1. INGE ZIESIG
    5. April 2016 um 10:07 Uhr

    Ich finde das ein Ausbau unserer Strecke nich nötig ist .Haben Lärm genug ,ausserdem kann das Geld für soziale Zwecke genützt werden .MANOMAN GIBT ES NICHT ANDERE WICHTIGE sACHEN MEINE mEINUNG INGE

  2. Kurt Müller
    5. April 2016 um 11:38 Uhr

    Seit 1945 kämpfen wir für den 2- gleisigen Ausbau der Siegtalstrecke. Bis vor 3 Jahren gab es keine Partei, die diese Forderungen nicht in Wahlkämpfen gefordert hat. Die CDU hat jetzt neue Einfälle. Sie redet nur noch von Belastungen und glaubt, damit Politik im Sinne einer Volksberuhigung machen zu können. Entscheidend sind die Vorteile und hier ist der Ansatz: Kreuzungsfreier Ausbau der Strecke, Lärmschutz und Ausbau der Haltepunkte. Der Ausbau der Strecke ist ein wichtiger Beitrag
    für eine Strukturverbesserung unserer Berufspendlergemeinden und damit auch für unsere Wirtschaft insgesamt! Kurt Müller

  3. Jens Ginsberg
    5. April 2016 um 13:03 Uhr

    Lärmschutz der unser Siegtal komplett verbaut?
    Bis auf die Hauptpendlerzeiten sind die Züge auch immer mal wieder relativ leer, weswegen ich eigentlich nur zu den Pendlerzeiten mehr Bedarf sehe. Warum sollten die Haltestellen ausgebaut werden? Fehlt Ihnen dort etwas?

    Ich sehe mehr Riskien für unsere Gemeinde und denke, dass ein Neubau für den Güterverkehr entlang der A3 sich allein schon aufgrund der steigenden Stromkosten sich rechnen wird, da man durch das Siegtal aufgrund der ganzen Hügel wesentlich mehr Strom benötigt.

    • Arno
      5. April 2016 um 20:51 Uhr

      Jens Ginsberg, Zustimmung zu 100%!

      Ganz davon abgesehen, das in NRW die Klientelpolitik ganz groß geschrieben wird – und das bes. bei größeren Bauprojekten.
      Man führe sich nur einmal die Argumentation wegen der Fahradbrücke in Dreisel, dem Ausbau der A59 und vielen weiteren Projekten vor Augen…..
      Es gibt so viele Gründe – und nicht nur Bläulinge und Gänsesäger die den Ausbau, neben den wirtschaftlichen, hier (hoffentlich) niemals Realität werden lassen.

  4. Torsten Hoffmann
    5. April 2016 um 17:22 Uhr

    Es geht hier im Siegtal für die Bevölkerung ans Eingemachte, denn der Ausbau der Siegtalstrecke für den Güterfernverkehr hat viele negative Effekte:

    Zum einen wird hier voraussichtlich der Neubaustandard nicht zur Anwendung kommen, so dass der Lärmschutz entlang der Stecke kaum ausgebaut werden wird. Die starke Zunahme des Güterzuglärms auch des Nachts in der spezifischen Tallage und den schallverstärkenden Stahlbrücken ist für die Bevölkerung eine erhebliche Beeinträchtigung, die direkten Anrainer werden sich auf massive Schlafprobleme einstellen müssen.

    Nach dem voraussichtlichen Betriebskonzept mit Güterzügen in Überlänge genießen diese nach den üblichen Regularien gegenüber dem SPNV (also Personenverkehr) absolute Priorität, „fahren diesen zur Seite“, so der Sprachgebrauch der Planer. Das bedeutet tatsächlich eine erhebliche SCHWÄCHUNG des Personenverkehrs. Taktverdichtungen sind ebenso wie Verbesserungen der Pünktlichkeit des bestehenden Leistungsangebotes dann kaum möglich. Es ist schon interessant, wie die SPD daraus „bessere Pendlerbeziehungen“ herleiten will; nun ja, beschimpft sie doch auch in ihrer Stellungnahme die Menschen, die sich um ihre Lebensqualität sorgen, als „dumpfe provinzielle Verweigerer“.

    Die nicht kreuzungsfreien Verkehrsbeziehungen – beschrankte Bahnübergänge – werden das Siegtal mit bisher ungekannten Staus konfrontieren, mit Konsequenzen für Rettungsdienste, Polizei, Verkehrsführung etc.

    Ich empfehle, sich einmal bei den Anliegern vergleichbarer Güterzugstrecken zu erkundigen. Man erfährt, dieser Ausbau kommt der Enteignung der Grundstückseigentümer gleich.
    Grundstücke entlang dieser Strecke werden massiv entwertet und werden somit praktisch nicht mehr verkäuflich sein. Dass das zarte Hoffnungspflänzchen „Tourismus“ dann auch ausgerissen werden wird, sind dann schon egal.

    • H.Schmitt
      6. April 2016 um 21:30 Uhr

      Interessante Beschreibung konkreter Probleme. Würde mich interessieren, wie die Befürworter DAS sehen.

  5. wowedv
    5. April 2016 um 21:49 Uhr

    Wer früh morgens in Merten auf den Gegenzug warten muss um seinen ICE in Siegburg zu erreichen um in einer entfernterer Stadt zu arbeiten der wird sich über den 2-gleisigen Ausbau sicherlich freuen. Den Mitmenschen in Windeck, die nicht auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind, empfehle ich ein 6 monatiges Praktikum mit Hin- und Rückfahrt auf der Siegstrecke. Freut Euch.

  6. Arthur
    5. April 2016 um 22:16 Uhr

    Wenn ich mich recht entsinne hat die Bahn vor kurzem noch ein dickes Minus im Güterverkehr gemeldet. Folglich liegt das Interesse der Bahn ganz woanders. Und ob das wirklich so gut für die Region sein soll, sei dahingestellt. Jetzt schon steht man in Eitorf sehr, sehr lange an geschlossenen Schranken. Über Jahrzehnte hinweg, wurden die Probleme‘ die ein verstärkter Bahnverkehr mit sich bringt, ignoriert. Und daran wird sich in Zukunft auch nichts ändern, denn die Prioritäten in diesem Land liegen ganz woanders…

  7. Frank Steiniger
    6. April 2016 um 20:43 Uhr

    Lieber Herr Müller, lieber Herr Doe,

    mir ist verständlich, dass Sie der Forderung der SPD für diesen zweigleisigen Ausbau Rückenwind geben wollen. Die langjährige Forderung betraf aber vor allem die Beseitigung der Engpässe bei den eingleisigen Abschnitten, um die Verspätungen zu minimieren und eine Taktverdichtung für den Personenverkehr zu erreichen. Jetzt geht es aber der Bundes- und Landesregierung darum, weitere Trassen für den Güterverkehr auszubauen, wie es nach einem EU-Abkommen verlangt wird. Da spielt das alte Ansinnen, die Fahrgäste schneller und im dichteren Takt zu befördern, überhaupt keine Rolle. Es ist interessant, dass vor allem das Land NRW sicher immer gerne an Windeck erinnert, wenn man etwas Unangenehmes aus den Ballungsgebieten, hier von der Rheinschiene, verlagern möchte. So war es bei der damals geplanten Forensik im Waldkrankenhaus und so ist es jetzt bei dem geplanten Trassenausbau für die Bahn. Bei Projekten, die Windeck wirklich etwas bringen würden, verhält sich die Landesregierung sehr restriktiv. Dieses Projekt wird der Wirtschaft in Windeck nichts bringen, denn wir haben keine angesiedelten Betriebe mehr, die auf Güterzugverbindungen angewiesen sind und es wird dem Landschaftsbild schaden. Diese Betriebe befinden sich in den großen Industriearealen am Rhein. Die dortigen Städte profitieren durch hohe Gewerbesteuereinnahmen, Windeck wird dafür den Lärm abbekommen und muss weiter kämpfen, dass man zumindest 8-10 ha neue Gewerbeflächen ausweisen darf. So sieht es für uns aus!

    Viele Grüße,

    Frank Steiniger

    • Torsten Hoffmann
      7. April 2016 um 12:22 Uhr

      Den Bemerkungen von Frank Steiniger schließe ich mich an, auch wenn mir das Parteiengezänk in der Sache wenig förderlich erscheint.

      Ich darf zu „Dieses Projekt wird der Wirtschaft in Windeck nichts bringen, denn wir haben keine angesiedelten Betriebe mehr, die auf Güterzugverbindungen angewiesen sind und es wird dem Landschaftsbild schaden.“ noch ergänzen:

      Es handelt sich bei der bei uns geplanten Strecke um Güter- F E R N – Verkehr, dieser hat mit den Verkehrsbedürfnissen möglicher Kunden in der Region rein gar nichts zu tun. Im Gegenteil plant die DB AG laut FAZ vom 15.03.2016 die Schließung vieler Güterbahnhöfe (ca. ein Drittel!)

      http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/bahn-erwaegt-schliessung-vieler-gueterbahnhoefe-14126958.html

      Hier im Siegtal werden wir ausnahmslos mit den verschiedenen schädlichen Auswirkungen der Güterzugstrecke konfrontiert werden. Da mögen MdB Sebastian Hartmann und auch der Landrat uns erzählen was sie wollen – wir wollen ihr Danäergeschenk nicht haben!

      Als Beispiel für das Desinteresse des Landes an der hiesigen Infrastruktur sei auf den Zustand der Landstraßen hier wie die L312 oder auch die L317 ist als überörtliche Verbindungen verwiesen. Dieser ist schlichtweg katastrophal und es sind auch keine Ausbesserungsarbeiten geplant.

      Und so soll unsere ganze Siegtal-Region zur „Lärmmüllkippe“ entwertet werden.

      Und dagegen müssen wir uns wehren!

  8. Ein Pendler
    10. April 2016 um 10:27 Uhr

    70 Jahre nach dem 2. Weltkrieg gibt es immer noch 5 Siegbrücken auf der Siegtalstrecke , die durch die damaligen Kriegszerstörungen der Deutschen Wehrmacht nur Eingleisig befahren werden können . Tolle Leistung unseres Staates . Vorher war die Strecke auch Zweigleisig . Ein Wiederaufbau ist seit 70 Jahren überfällig . Die Pendler werden es Danken .

  9. Joachim Greis
    10. April 2016 um 16:17 Uhr

    Die Wiederherstellung der zweigleisigen Siegtalstrecke wäre für die Gemeinden im Siegtal ein Gewinn – wenn es denn dem Personenverkehr und somit unserem hohen Pendleranteil dienen würde.
    Wenn der Ausbau jedoch für den GüterFERNverkehr erfolgt, dann können wir an der oberen Sieg unseren zartes Pflänzchen namens Tourismus vergessen.
    Hintergründe kann man hier erfahren:
    https://de.wikipedia.org/wiki/CODE24 und hier https://de.wikipedia.org/wiki/Transeurop%C3%A4ische_Netze#Priorit.C3.A4re_Projekte

    Schon 1996 hat die EU Leitlinien zum Aufbau eines transeuropäischen Verkehrsnetzes geschaffen. Ein wichtiger Teil davon ist die Güterverkehrsachse von Rotterdam nach Genua. Und jetzt nach vielen Jahren, in denen die Niederlande ihren Part erledigt hat und die Schweiz nach 17 Jahren Bauzeit im Sommer den längsten Eisenbahntunnel der Welt (Gotthart-Basis-Tunnel) eröffnet, bemerkt man in Deutschland, das dazwischen ja noch ein „Stückchen“ fehlt.
    Hierzulande – und ganz besonders in NRW- hatte man in der Zeit jedoch wesentlich wichtigeres zu tun: Getrieben vom reinsten Ökologischen Gewissen musste man das Planungsrecht so verstümmeln, dass keine Infrastrukturtrassen mehr realisiert werden können. Mit einer Hand voll Gänsesägern, Bläulingen, Fröschen, Rotmilanen, Schwarzstörchen usw. bekommt man jedes Projekt kaputt oder zumindest in die Unrentabilität verschoben.
    Auf einer Bahntrasse ohne große Steigungen kann man Dinge energetisch optimal transportieren, weil die z.B. Energieverluste durch Reibung minimal sind. Die Planung einer ökologisch optimalen Neubautrasse, die auf möglichst direktem Wege von NL nach CH verläuft, ist aber jetzt aus ökologischen Gründen nahezu unmöglich.
    Um aus dem Dilemma rauszukommen, versucht man nun die bestehenden Bahntrassen, die unsere Siedlungsgebiete erschließen, auszubauen, indem man sie in Güterverkehrsschneisen wandelt, die mitten durch die Dörfer verlaufen.
    Die ganze Tonnage soll statt auf direktem Wege Nord-Süd erst einmal das relativ steile Siegtal hochgezogen werden – nach Osten.
    Das ist ökonomisch und ökologisch irgendwie schwer nachvollziehbar.

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