Jahresausflug der Rosbacher Messdiener

[Text & Bild von: Christian Schouten]
Zum Start der Sommerferien machten sich die Rosbacher Messdiener über ein langes Wochenende auf den Weg nach München. Schon die Anreise begann mit einer kleinen Panne: Eine Weichenstörung verhinderte die Weiterfahrt. Zum Glück ließ der Schienenersatzverkehr nicht lange auf sich warten. Zwei Mütter und Antje brachten die Gruppe kurzerhand nach Hennef, sodass die Reise von dort aus ohne weitere Verzögerungen fortgesetzt werden konnte.
In München angekommen, merkten wir schnell, dass hier die Uhren etwas anders ticken. Rheinländische Gemütlichkeit beim Ein- und Aussteigen sucht man vergebens. Drei Gruppenmitglieder schafften es nicht mehr rechtzeitig aus der S-Bahn, deren Türen sich unerbittlich schlossen. Sie mussten eine Station weiterfahren, wurden dort aber von der Mutter eines später angereisten Kindes mit dem Auto abgeholt. So fand die Gruppe schließlich wieder zusammen.
Nach all der Aufregung erreichten wir endlich unsere Unterkunft – die Jugendherberge Burg Schwaneck. Die Augen der Kinder wurden groß: „Hier dürfen wir wirklich übernachten?“ Viel Zeit zum Staunen blieb allerdings nicht, denn der erste Programmpunkt wartete bereits. Nach dem Einchecken ging es direkt ins Freibad. Bei hochsommerlichen Temperaturen war die Abkühlung eine willkommene Erfrischung.
Zurück auf der Burg folgte die nächste Überraschung: Das Abendessen hatte eher Restaurant- als Jugendherbergsniveau. Salatbuffet, Tee-Station sowie typisch bayerische Spezialitäten wie Semmelknödel und Rollbraten überzeugten selbst diejenigen, die sonst lieber zu Pommes und Pasta greifen.
Auch nach dem Essen war an Ruhe noch nicht zu denken. Der Spielplatz wurde ausgiebig erkundet, und beim Volleyball entstanden schnell internationale Freundschaften mit Jugendlichen aus anderen Ländern. Bis in die Abenddämmerung wurde gemeinsam gespielt, bevor einige Kinder den Tag beim Malen und Basteln im Café Schwanthaler gemütlich ausklingen ließen.
Am zweiten Tag stand nach einem abwechslungsreichen Frühstück der Besuch des Tierparks Hellabrunn auf dem Programm. Die weitläufige Parkanlage begeisterte mit ihren zahlreichen Tieren. Neben Elefanten, Giraffen und Tigern sorgten auch seltene Arten wie Przewalski-Pferde, Axolotl und Mhorrgazellen für großes Staunen.
Anschließend ging es in die Münchner Innenstadt. Dort besichtigten wir die Frauenkirche, eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt. Aufgrund der hochsommerlichen Temperaturen verzichteten wir auf die ursprünglich geplante Stadtrallye und gönnten uns stattdessen eine wohlverdiente Pause bei kühlen Getränken im Hard Rock Café.
Zurück auf Burg Schwaneck wurde gemeinsam zu Abend gegessen, bevor erneut Volleyball gespielt wurde. Besonders in Erinnerung werden wohl die italienischen Jungen bleiben, die den Platz kurzerhand übernahmen und jeden gewonnenen Punkt lautstark bejubelten. Den stimmungsvollen Abschluss des Tages bildete ein Lagerfeuer, bei dem gemeinsam gesungen wurde – zum Beispiel Lieder der bekannten „Schlagersängerin“ Bibi Blocksberg. Am Feuer entstand schließlich der Wunsch, die Reise doch einfach um eine Woche zu verlängern. Leider mussten die Leiter die Kinder daran erinnern, dass für sie am Montag der Arbeitsalltag wieder begann.
Am letzten Tag führte uns unser Weg zum wohl bekanntesten Pfarrer Deutschlands. Reiner Maria Schießler feierte vor der Maximilianskirche einen Gottesdienst unter freiem Himmel. Auf unsere Nachfrage hin lud er uns herzlich ein, gemeinsam mitzufeiern. Seine herzliche Ansprache ließ uns fast wie Ehrengäste fühlen.
Besonders bewegte uns ein Satz aus seiner Predigt: „Der Schatz, den du suchst, wird nicht von dir gefunden. Der Schatz findet dich – wir müssen ihn nur erkennen.“
Diese Worte gaben auch den Leitern Anlass zum Nachdenken. Wie oft jagen wir Dingen hinterher, von denen wir glauben, sie unbedingt zu brauchen? Manchmal erkennen wir erst nach ihrem Erreichen, dass sie uns gar nicht glücklich machen. Viel wertvoller sind oft die Momente, die sich nicht planen lassen.
Genau solche Momente durften wir auf dieser Fahrt erleben: Gemeinschaft, gegenseitige Rücksichtnahme und ein Miteinander von Kindern, Jugendlichen und Leitern auf Augenhöhe. Wir haben zusammen gelacht, geschwitzt, gespielt und viele schöne Erinnerungen gesammelt.
Mit großer Dankbarkeit blicken wir auf dieses Wochenende zurück und sagen allen, die solche Fahrten durch ihre Unterstützung möglich machen, von Herzen: Vergelt’s Gott!

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