(Text und Fotos: Stefanie Hombach und Imke Frobeen)
Im Rahmen der Religionskurse der Jahrgangsstufe 9 sowie des Zusatzkurses Geschichte der Q1 nahmen unsere Schülerinnen und Schüler am 16. Oktober 2026 an einem bewegenden Ereignis teil: Vor dem Siegtaler Hof in Herchen verlegte der Künstler Gunter Demnig den 67. Windecker Stolperstein. Die Jugendlichen hatten sich im Unterricht auf diesen Tag vorbereitet und die historischen Hintergründe erarbeitet.
Der Gedenkstein erinnert an Maria Schumacher (1889–1963), eine Bürgerin aus Herchen. Weil sie sich 1944 mutig gegen den angeordneten Schmuck ihres Hauses mit NS-Bildern und Blumen an einem NS-Gedenktag aussprach und klarstellte, dass ihr Haus „kein Bilderladen und auch kein Blumengeschäft“ sei, wurde sie von den Nationalsozialisten verhaftet und in das Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück deportiert. Zwar überlebte sie die Haft, trug jedoch für den Rest ihres Lebens schwere seelische und körperliche Folgen davon.
Eindrucksvoll gerahmt wurde die Verlegung durch die Rede des Stolperstein-Paten Jürgen Gogol, der eindringlich betonte, wie entscheidend es ist, den Opfern des NS-Regimes einen Namen und ein Gesicht zu geben, um die Erinnerungskultur lebendig zu halten. Annemarie Röhrig vom Zeitzeugenforum Windeck rückte den Anwesenden das Leben und Überleben in dem Konzentrationslager Ravensbrück sehr eindrücklich anhand eines Plakat mit Fotografien und Zeichnungen ins Bewusstsein.
Die Schülerinnen und Schüler ihrerseits drückten ihre Anteilnahme durch Gedichte, einen gestalterisch aufbereiteten Lebenslauf der Maria Schumacher und selbst gebastelte Blumensträuße zum Ausdruck.
Durch die unmittelbare Nähe zum Verlegungsort war es für uns selbstverständlich, dabei zu sein und ein Zeichen des Gedenkens zu setzen. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Lokalgeschichte macht spürbar, dass das Unrecht damals direkt vor unserer Haustür stattfand und wie wichtig es bleibt, die Erinnerung an die Opfer wachzuhalten.
Wir danken dem AWO-Ortsverein Windeck e.V., dem Zeitzeugenforum Windeck sowie Jürgen Gogol und allen Beteiligten von Herzen für diese wertvolle Erfahrung!





