CDU Windeck: Schließung der Geburtenstation in der Asklepios Kinderklinik St. Augustin – Was sind die Folgen für Windeck?

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Lehmann,

mit Erschrecken mussten wir heute in der hiesigen Presse lesen, dass die Asklepios Kinderklinik St. Augustin die Geburtenstation schließt. Nachdem bereits die für Windeck naheliegenden Geburtenstationen in Waldbröl und in Eitorf geschlossen sind, wird es für die werdenden Mütter aus Windeck immer schwieriger eine zeitnahe Geburtenstation zu erreichen. Dies ist mittlerweile, um es gelinde auszudrücken, so nicht mehr zumutbar und nicht ohne Kritik hinnehmbar. Darüber muss zwischen Rat und Verwaltung gesprochen werden, um ein gemeinsames Ergebnis zu finden, wie wir im Interesse der werdenden Mütter aus Windeck und deren Familie, gemeinsam hiergegen vorgehen können.

Die CDU-Fraktion im Rat der Gemeinde Windeck beantragt daher, der Bürgermeister möge im Namen des Rates der Gemeinde Windeck eine Resolution an die Landesregierung in Düsseldorf entsenden, indem er auf die Windecker Problematik eingeht.

Als Argumentationshilfe soll die Fahrzeitenberechnung bei normaler Verkehrslage zu den naheliegenden Geburtenstationen dienen, ausgehend von der Rathausstr. 12 in Windeck:

Rhein-Sieg-Kreis:

  • St. Josef Hospital, Hospitalstr. 45 in Troisdorf = 49,9 KM in 48 Minuten
  • St. Johannes Krankenhaus, Wilhelm-Busch-Str. 9 in Troisdorf-Sieglar = 52,3 KM in 50 Minuten
  • Kath. KH im Siebengebirge, Schülgenstr. 15 in Bad Honnef = 44,6 KM in 51 Minuten

Oberbergischer Kreis:

  • Klinikum Oberberg, Wilhelm Breckow Allee 20 in Gummersbach = 38,1 KM in 44 Minuten

Kreis Altenkirchen:

  • DRK Krankenhaus, Bahnhofstr. 24 in Kirchen = 33,7 KM in 41 Minuten

Westerwaldkreis:

  • DRK Krankenhaus, Alte Frankfurter Str. 12 in Hachenburg = 29,3 KM in 35 Minuten

Durch die langen Anfahrtswege, vor allem bei Eis und Schnee im Winter, verlagert man das Risiko auf die Eltern. Es ist nicht nachvollziehbar, dass eine Notgeburt in einem Krankenhaus binnen 20 Minuten realisiert werden muss, aber die Fahrten ins Krankenhaus fast die doppelte Zeit und mehr
in Anspruch nehmen.

(Text: CDU Windeck)

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  12 Kommentare:

  1. Peter
    3. Dezember 2016 um 15:22 Uhr

    Absolut zurecht muss hier dringend was getan werden… unzumutbar für werdende Eltern, lebendsgefährlich für Mutter und Kind.
    Man hätte vielleicht bei der Schließung der bereits aufwendig sanierten Geburtsstation in Eitorf sich lauter bemerkbar machen müssen und eine gemeinsame Unterstützung beider Gemeinden noch stärker nach außen tragen müssen.
    Nur die Eitorfer Proteste haben leider nicht gereicht!
    Aber die Zeit holt uns ein und wieder ein Punkt, warum junge Paare nicht ihren
    Lebendsmittelpunkt nach Windeck verlegen wollen ( können?)

    • Sebastian Funke
      19. Dezember 2016 um 13:17 Uhr

      Guten Tag, leider sind die Möglichkeiten der kommunalen Politik doch sehr begrenzt bei diesem Thema. Bei allen bisher geschlossenen Stationen (Waldbröl und Eitorf) erfolgte vorher jeweils eine Resolution des Rates, es wurde an Demonstrationen teilgenommen und die zuständigen Landtags- und Bundestagsabgeordneten wurden eingeschaltet. Mehr können wir leider nicht tun. 🙁

  2. Lioba Müller
    5. Dezember 2016 um 14:53 Uhr

    Es ist absolut traurig! Immer mehr Geburtsstationen schließen.
    Wir haben Unterschriften gesammelt für Waldbröl (Schließung aus finanziellen Gründen!) und demonstriert gegen die Schließung in Eitorf (ebenfalls finanzielle Gründe). Da wünscht man sich doch wieder die Verstaatlichung der Krankenhäuser.
    Ich selbst konnte Gott sei Dank noch in Waldbröl entbinden!
    Aber neben den Geburtsstationen fehlen auch die Kinderkliniken. Geburt gut, Kind krank. Eine endlose Fahrerei durch die Lande und eine unnötige Belastung für die jungen Familien! Und mit ÖPNV auch gar nicht zu machen.
    Armes Windeck, armes Deutschland! Geld regiert die Welt!

  3. Windecker Bürger
    6. Dezember 2016 um 16:04 Uhr

    Die Politik(er) sollen sich mal an die eigene Nase packen …
    Die Privatisierung der Krankenhäuser ist der Auslöser,
    der dann zu solchen Schließungen führt.

  4. wowedv
    8. Dezember 2016 um 02:08 Uhr

    Haben sich denn die Damen und Herren des CDU-Rates auch einmal die Grundlage der Entscheidung für die Schließung der Geburtenstation zu Gemüte geführt? Nein! Diese wurde im WDR 19.30 – 20.00 Uhr am 5.12.16 verständnisvoll dargestellt. Den Herrschaften des Rates ist noch nicht bewusst, dass wir in Deutschland eine Überversorgung im medizinischen/pharmakologischen Bereich haben (warum brauchen wir in Windeck 4 Aporheken?), der abgebaut werden muss. Die Kosten für eine „vernünftige Gesundheitsversorung“ müssen wieder kalkulierbar werden.

    • Peter
      8. Dezember 2016 um 06:43 Uhr

      Guten Morgen,
      Bestimmt haben sie recht dass wir in einigen Bereichen eine Überversorgubg haben. Aber Kliniken müssen speziell für Geburten innerhalb einer angemessenen Zeit erreichbar sein. Krank ist das Sytem woanders aber die Versorgung muss sichergestellt sein. Hausgeburten sind aufgrund der versicherungstechnischen Bedingungen der Hebammen kaum mehr möglich. Ländliche Versorgung muss sichergestellt sein und ist neben vielen anderen Argumenten auch ein wichtiger Grund für Zuzug in die Gemeinde !
      Also richtig verteilen ja aber nicht auf dem Rücken von ungeborenen Kindern!

    • Windecker Bürgerin
      8. Dezember 2016 um 08:02 Uhr

      Wowedv

      Haben Sie sich mal mit der Entwicklung der Geburtsstationen im Rhein-Sieg-kreis und den Nachbarkreisen beschäftigt?
      Ich denke nicht….

    • wowedv
      8. Dezember 2016 um 10:40 Uhr

      Den Antworten meines Kommentars entnehme ich, dass es in Windeck nur Hochrisikogeburten zu geben scheint. Aber nein, es ist ausschließlich die Bequemlichkeit, REWE usw. um die Ecke dann muss natürlich auch – am besten die Uni-Klinik – direkt um die Ecke sein. Als mehrfacher Vater und Großvater darf ich aus eigener Erfahrung sagen, dass ihre Argumente nicht zielführend sind. Was will mir die Aussage „angemessene Zeit“ sagen, wenn ich wie gestern in Köln in einem 6 km Stau stehe (wo wäre dann das Kind zur Welt gekommen)? Die „Entwicklung der Geburtsstationen im RSK und den Nachbarkreisen wurde in dem Bericht des WDR umfassend dargestellt. Dem ist nichts hinzuzufügen.
      Sturzgeburten kommen sehr selten vor.

      • Peter
        8. Dezember 2016 um 11:44 Uhr

        Ich möchte gerne noch mal auf ihre Aussagen zurück kommen…
        Angemessene Zeit ist die Zeit die nach ärztlicher Vorgabe und Dringlichkeit eine Geburtsstation erreichbar sein muss um Risiken bei der Geburt sowohl für Mutter im Besonderen auch für das Kind auf ein Minimum zu reduzieren.
        Es gibt Richtlinien der Arbeitsgemeinschaft der wissenschaftlichen medizinischen Fachgesellschaft die eingehalten werden müssen. Ebenso der DGGG also der deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe. Diese sind in diesem Fall zu prüfen ob Mindestanfordrungen noch eingehalten werden oder nur durch Zusatzmassnahmen der örtlichen Rettung gewährleistet werden können !
        Nicht mehr und nicht weniger ! Ob Kliniken oder Teile der Kliniken sich tragen oder nicht spielt nicht immer eine Rolle, da bei Minderversorgung eines ländlichen Raumes zusätzliche Zuschüsse des Bundes greifen!
        …..
        Und wir müssen nicht darüber diskutieren ob man in Köln im Stau steht oder nicht.
        8 Geburtskliniken stehen in Köln zur Verfügung und können nach Verkehsrlage angefahren werden. Und bekanntlich ist Köln auch nicht so geplagt von Schnee und Eis, welches hier noch zu einer weit größeren Verzögerung führen kann.
        Wie gesagt, über Krankenhäuser zu viel oder zu wenig lässt sich tiefgreifend diskutieren!
        Aber über die ländliche zugesicherte Versorgung mit medizinischer Hilfe auch.

  5. Windecker Bürgerin
    8. Dezember 2016 um 10:44 Uhr

    Schließung Altenkirchen,
    Schließung Waldbröl,
    Schließung Eitorf,
    Schließung St.Augustin

    Die nächste Frühchenstation ist in Bonn,
    alle anderen Geburtsstationen sind auch erst nach >45 Min.Fahrzeit erreichbar.
    Wer die Strecken selber mal gefahren ist, weiß das.

    Das im modernen Deutschland 2016. Eine riesige Katastrophe!!

  6. Wilhelm Neuer
    9. Dezember 2016 um 19:05 Uhr

    Herr wowedv,

    eine medizinische Überversorgung liegt Ihrer Vorstellung nach schon bei Vorhandensein zu vieler Apotheken vor? Na dann hoffe ich mal, dass Ihre Apotheke alle medizinischen Fachbereiche beherrscht. Wenigstens müssen Sie sich nicht um Kinderkriegen kümmern…

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