Schladern – Ein routinemäßiger Kontrollgang im Regionalexpress nach Aachen endete am späten Donnerstagabend für einen 59-jährigen Bahnmitarbeiter im Krankenhaus. Am Bahnhof Schladern musste die Polizei eingreifen, nachdem ein Fahrgast massiv handgreiflich geworden war.
Gewalt statt gültigem Ticket
Gestern Abend (29. Januar) wollte der Zugbegleiter im RE 9 die Fahrscheine überprüfen. Dabei traf er auf einen 30-jährigen Mann, der jegliche Kooperation verweigerte. Als der Bahnmitarbeiter den Fahrgast aufgrund des fehlenden Tickets zum Verlassen des Zuges aufforderte und ihn am Arm führte, eskalierte die Situation völlig unvermittelt: Der Fahrgast schlug dem Kontrolleur mit voller Wucht ins Gesicht.
Selbst als das Opfer bereits am Boden lag, ließ der Angreifer nicht von ihm ab und trat mehrfach auf den wehrlosen Mann ein. Anschließend entwendete der Täter zudem das dienstliche und private Smartphone des Verletzten, bevor er am Haltepunkt Schladern die Flucht aus dem Zug antrat.


Festnahme und Ermittlungsstand
Die herbeigerufenen Polizeikräfte leiteten sofort eine Fahndung ein. Mit Erfolg: Der mutmaßliche Täter, ein in Aachen wohnhafter Mann, konnte gestellt werden. Bei der Durchsuchung fanden die Beamten die beiden entwendeten Smartphones des Opfers.
Der Zugbegleiter wurde mit blutenden Kopfverletzungen vom Rettungsdienst erstversorgt und anschließend zur stationären Behandlung in eine Klinik gebracht. Gegen den 30-Jährigen wurde ein Strafverfahren wegen Raubes und gefährlicher Körperverletzung eingeleitet. Die Staatsanwaltschaft prüft derzeit, ob der Verdächtige einem Haftrichter vorgeführt wird.






Diese Verrohung gegenüber Diensten, Hilfskräften wie DRK u. a. oder auch selbst Mitarbeitern im Krankenhaus oder Arztpraxen muss rigoros BG extract werden.
Hier hilft nur empfindliche Bestrafung. Wir reden seit vielen Jahren darüber…eine Kuscheljustiz lässt grüßen.
Dass der Staat bei Bedarf zupacken kann, weiß jeder der es versäumt seine Steuerklärung pünktlich abzugeben. Es besteht einfach kein glaubhafter politischer Wille diese Taten abzustellen.
Unglaublich.
Es macht mich fassungslos und mittlerweile wütend – die laufende Zunahme dieser verhängnisvollen Angriffe:
Wie jetzt auf „unserer“ Siegstrecke ist am Montag in einem Regionalexpress in Rheinland-Pfalz ebenfalls ein Zugbegleiter zusammengeschlagen worden und dieser ist heute an seinen Verletzungen verstorben.
Es ist eine Katastrophe – diese Häufung von „einzelnen Zwischenfällen“.
Wo sind wir da hin geraten?
Als älterer Mensch, der seinerzeit gerade wegen der Bahnverbindung ins Siegtal gezogen ist, fühle ich mich mittlerweile im Öffentlichen Verkehr unsicher und ich bewundere schon seit geraumer Zeit das Engagement der Zugbegleiter für ihren Dienst.
Ich will keine Beileidsbekundigungen und Beschwichtigungen der Politiker mehr hören und werde in Zukunft auf das Auto umsteigen, auch wenn ich im Stau stecken bleibe – meine eigene Sicherheit ist mir wichtig.
Es ist einfach übel und ein Ende ist nicht abzusehen, denn eine wirkliche Bestrafung der Täter findet ja auch nicht statt:
Aktuelles Urteil in Köln – Wer mit 25 Jahren „völlig betrunken mit 71 km/h auf regennasser Fahrbahn mehrfach durch eine Tempo 30 Zone fährt“ und „dort aus der Kurve fliegt“, dabei einen Mann tötet und einen zweiten so schwer verletzt, das dieser im Rollstuhl sitzt, wird in meinen Augen nicht wirklich bestraft, denn er erhält zwei Jahre auf Bewährung und 150 Sozialstunden je in fünf Jahren.
https://www.ksta.de/koeln/betrunken-durch-30er-zone-koelner-todesfahrer-erhaelt-bewaehrung-warum-das-urteil-kippen-koennte-1206831
Wo soll das enden???
Ja, auch ich möchte hier meine tiefe Bestürzung ausdrücken. Wo sind wir hingeraten?
Auch in diesem Punkt erleben wir seit der Hinrichtung der beiden jungen Polizisten durch zwei Wilderer in Kusel eine Zeitenwende. Inzwischen sind diese Gewalttaten gegenüber unseren Bediensteten des öffentlichen Lebens, der Sicherheit und der Gesundheit an der Tagesordnung. Doch wir huldigen immer weiter einem System, das so offenkundig seine Götterdämmerung erlebt. Kaum jemand spricht davon, woher diese moralische Verwahrlosung kommen mag.
Der Kapitalismus, der alles ermöglicht, mit seinem immerfort beschworenen technischen Fortschritt (als sei dies ein Naturgesetz) zeigt nicht nur in the land of glory, milk and honey seine hässliche Fratze. Doch man hat und – macht immer weiter damit – im Name dieses Götzen alle Schleusen geöffnet, verhöhnt Bewahrer als Steinzeitideologen, jagt Kritiker in medialen Treibjagden durchs Land. Ich meine, dass man sich nicht wundern sollte, dass dieser heilige freie Markt ganz besonders dem menschenfeindlichen Handel mit Drogen, Waffen, Geld (Wirecard nur so z.B.) und sowieso jeglichen digitalen Gewaltangebote (incl. Pornos) buchstäblich den Weg bahnt.
Gleichzeitig werden fast sämtliche Angebote für Jugendliche in den ewig klammen Kommunen zusammengestrichen. Hier kann man zudem exemplarisch erkennen wie der Kapitalismus unser demokratisches System aushöhlt: Von wegen kommunale Selbstverwaltung!
Es ist auch nicht verwunderlich, dass es so oft junge Erwachsene in den 20ern sind, die scheinbar jeglichen moralischen Kompass verloren haben. Es ist die erste Generation, die in weiten Teilen schon seit Grundschulalter am Smartphone verwahrlost ist.