CDU-Windeck: Stellungnahme zur „Korridorstudie Mittelrhein; Projektvorschlag Schiene im BVWP 2015“

Vor Jahren ist die Modernisierung der Siegstrecke aus dem vordringlichen Bedarf herausgefallen, jetzt rückt sie in greifbare Nähe. Das alles geht allerdings nicht ohne Lärmschutz, der bei diesem Vorhaben elementar wichtig ist. Deshalb muss der Lärmschutz Hand in Hand mit dem Ausbau einhergehen. Einen Lärmtransfer darf es nicht geben. Was für die Einen (Anwohner im Mittelrheintal) gut ist, darf für die Anderen (Anwohner im Siegtal)nicht zum Nachteil werden.

Gleise_Bahn

Mittelfristig wird der Ausbau der Rhein / Ruhr – Sieg Achse gefordert. Bereits bei den Planungen für den BVWP 2015 im Jahre 2013, hat das Land RLP, aus NW waren es die Bez. Reg. Arnsberg, der Beirat der Bez. Reg. Köln und daraufhin das Landesministerium für Verkehr NW, beantragt, die Rhein/Ruhr – Sieg – Achse in den BVWP 2015 aufzunehmen.

Die Rhein / Ruhr – Sieg – Achse ist von den vorgeschlagenen Lösungen sicherlich die am schnellsten Umzusetzende Realisierung. So jedenfalls sieht es der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann, in einem Interview mit dem SWR. Auf die Frage, dass wohl die Lösung mit der Umleitung der Güterzüge vom Mittelrheintal über die Strecke Sauerland ein Möglichkeit ist, antwortete er wörtlich: An der Ruhr-Sieg-Strecke sind auch bauliche Maßnahmen erforderlich, aber das alles könne relativ zügig umgesetzt werden.

Die Alternativtrassen, Tunnellösungen oder Neubau einer Schnellbahnverbindung Güterverkehr, wird sicher Jahrzehnte dauern und wird wesentlich kostenintensiver werden.

Vom zweigleisigen Ausbau profitiert allerdings auch bzw. muss auch der SPNV profitieren. So auch der Staatssekretär auf der Internetseite des BMVI: Mit dem durchgängig zweigleisigen Ausbau der Siegstrecke zwischen Köln und Siegen wird auch die Betriebsqualität im Nahverkehr verbessert. Er sagt aber auch: Der Ausbau ist mit einem deutlich verbesserten Lärmschutz verbunden.

Wenn wir alle zu Recht fordern, Güter von der Straße auf die Schiene, kommt man nicht umhin die Güterverkehrsstrecken auf Schienen unter modernsten Schallschutzrichtlinien um- oder auszubauen. Um es hier plattitüdenhaft mal darzustellen: Der hier anzubringende und von uns geforderte Schallschutz muss der Mercedes unter den Schallschutzeinrichtungen werden.

Die Gemeinde Windeck wird die gegebene Möglichkeit der Stellungnahme nutzen und die für uns wichtigen Problemstellen, die es innerhalb dieser unserer Gemeinde entlang der „Siegstrecke“ gibt, darstellen und aufzulisten. Für uns sind das:

  1. Bahnhof Au Sieg: Ein Knotenbahnhof, wo stündlich 8 Züge des SPNV enden, beginnen oder durchfahren. Ab Winterfahrplan 2015/2016 fährt die HLB durchgehend von Limburg nach Siegen. Das mehr an GZ darf hier nicht hinderlich einwirken.
  2. BÜ Wiedenhof: Ein schienengleicher BÜ, der nur 70m nach der Abzweigung von der B 256 kommt. Heute schon ergeben sich Situationen, dass bei geschlossener Schranke der Verkehr bis auf die Bundesstraße zurück staut. Hier sollten wir eine Überführung oder eine Unterführung vorschlagen und beantragen.
  3. BÜ Eulenbruch: Ebenfalls ein schienengleicher BÜ, aber einer mit Sprechfunk. Diese Schranke wird nur bei Bedarf geöffnet. Dieser BÜ dient fast ausschließlich dem landwirtschaftlichen Verkehr. Mit Hänger ausgerüstet, sind diese Verkehrsmittel sicher nicht die Schnellsten. Ebenso Erntemaschinen.
  4. BÜ Röcklingen: Was für Eulenbruch gilt, gilt auch für Röcklingen.
  5. Eisenbahnbrücken: In der Gemeinde gibt es 7 Stück davon. 6 sind Eisenkonstruktionen. Das Befahren der Brücken schallt bis in die Höhenorte der Gemeinde. Hier nützen dann auch Flüsterbremsen nix. Wir sollten die Erneuerung einfordern. Immerhin sollen 5 Brücken mit der Schadenskategorie 4, d. h.: „Gravierende Schäden am Bauwerksteil, welche die Sicherheit noch nicht beeinflussen. Eine wirtschaftliche Instandsetzung ist nicht mehr möglich“, eingestuft sein.
  6. Wohnhäuser (schienengleich) entlang der Eisenbahnstrecke: In Eulenbruch, Dattenfeld, Wilberhofen und Röcklingen stehen Wohnhäuser unmittelbar am Gleiskörper. Zum Teil unter 30m. Hier ist Lärmschutz zwingend erforderlich.
  7. Kosten: Grob geschätzt 370 Mio. Euro. Für 88 Km von Troisdorf bis nach Siegen-Weidenau. Also 4,3 Mio. pro Km. Unser Gemeindegebiet durchlaufen 25 Km. Dass sind fast 30% der Gesamtstrecke. Diese 370 Mio. Euro sollten angezweifelt werden. Zumal wenn Brücken neu gebaut werden müssen. Die Kostenaufstellung für den Bereich sollte durch die Gemeinde Windeck unverzüglich angefordert werden.
  8. Tourismus: Ein wichtiges, wenn nicht das wichtigste Standbein bei den Einnahmen der Gemeinde. Hier ist viel und hier wird viel investiert werden, deshalb ist der Lärmschutz umso wichtiger.

Wie auch immer in Berlin entschieden wird. Es sollte immer heißen und muss Berücksichtigung finden: Mensch vor Verkehr

(Text: CDU Windeck)

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