Die Ratssitzung am 23.11. hatte es in sich: Der Haushalt wurde vorab beraten und musste nun beschlossen werden. Diesen Tagesordnungspunkt nutzen die Ratsparteien alljährlich für sogenannte Haushaltsreden. Es wird dabei resümiert, nach vorne geschaut, nach Fehlern gesucht, Chancen und Möglichkeiten abgesteckt.
Wie in jedem Jahr suchte man auch wieder an „Mitverantwortlichen“ für die derzeitige Situation im Windecker Ländchen. Die „üblichen Verdächtigen“ sind dabei stets schnell ausgemacht: der Kreis, das Land und der Bund. Ratsmitglied Uwe Steiniger verzichtete in diesem Jahr auf eine Haushaltsrede für die FDP, betonte aber, dass es das Eine sei, einen Haushalt zu beschließen, das Andere aber, Pläne und Vorhaben dann auch endlich einmal umzusetzen. „Es grenzt mittlerweile an Zeitverschwendung, auf die Chancen eines Gewerbegebietes hinzuweisen, den Stand der Dinge bei verschiedensten Projekten zu hinterfragen, bei dem man bekanntlich seit Jahren keinen Schritt weitergekommen ist“, so der Freidemokrat. „Was nützen den Bürgerinnen und Bürgern all die mahnenden oder die schönen Worte, wenn kaum etwas in die Tat umgesetzt wird? Wofür große Reden schwingen, wenn bei einer Tagesordnung von 20 Seiten, alleine 5 Seiten einer Beschlussüberwachung gewidmet sind und die Abfrage der Erledigung vieler einzelner Punkte dort jedes Mal mit NEIN beantwortet wird?“, meint Steiniger.
Der Idee der SPD, einen neuen Masterplan für die kommenden Jahre zu erstellen, erteilte er dabei eine klare Absage: „Auch wenn wir in vielen Punkten einer Meinung sind, so lasst uns doch erst einmal die vielen Punkte abarbeiten, bei denen sich seit Jahren nichts tut. Damit wäre Windeck zunächst sicher mehr geholfen“. Zurzeit könnte man das Ganze unter dem Motto „Viel geplant, wenig gemacht“ abhaken. „Daher“, so Steiniger, „verzichte ich für die FDP in diesem Jahr auf eine Haushaltsrede“. Uwe Steiniger bedankte sich abschließend bei den öffentlichen Einrichtungen, sowie der Verwaltung für deren Mühen und Arbeit. Innerhalb der FDP-Windeck ist man sich einig, dass Uwe Steiniger auch eine der Haushaltsreden der vergangenen Jahre hätte vortragen können. Laut Jürgen Gansauer wäre dies wahrscheinlich sogar unbemerkt geblieben, denn diese sei dann immer noch aktuell.
(Text: FDP Windeck)
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