Der Kanal ist kein Abfalleimer und Putzwasser darf nicht in den Regenwasserkanal!

Im Gemeindegebiet sind 97 % der Einwohner an die öffentliche Kanalisation angeschlossen. Das Abwasser muss aus verschiedenen Ortslagen über insgesamt 116 Pumpstationen weitergeleitet werden. Letztendlich erfolgt die Reinigung in den zentralen Kläranlagen. Neben biologischen Prozessen wird auch dort das Abwasser über maschinentechnische Anlagen weitergefördert. Insofern spielen für den Betrieb dieser Abwasseranlagen die grundstücksbezogenen Einleitungen eine wichtige Rolle. Insbesondere betrifft dies die v.g. Pumpstationen.

Feste und faserige Stoffe führen zu einem schnelleren Verschleiß der maschinellen Anlagenteile und produzieren höhere Betriebsaufwendungen (Reparaturen und Stromkosten), sowie unvorhergesehene Folgekosten von Reinvestitionen. Flüssige Abfälle sind umweltgefährdend und erschweren den Reinigungsprozess. Letztendlich schlagen sich diese Kosten gebührenwirksam nieder, sind damit von den Anschlussnehmern (Gebührenzahler) aufzubringen und erfüllen nach dem örtlichen Satzungsrecht, z.B. der Entwässerungssatzung, für den Verursacher eine Ordnungswidrigkeit oder auch einen Umweltstraftatbestand.
Auszugsweise sei auf folgende Abfälle hingewiesen, die nicht in den Kanal gehören:

Zu den festen Abfällen gehören:

  • Lebensmittelreste
  • Watte, Ohrenstäbchen, Wegwerfwindeln
  • Feuchttücher, diverse Hygieneartikel
  • Zigarren- und Zigarettenreste
  • Kleidungsstücke, Strümpfe, Putzlappen
  • Rasierklingen, Einmal-Rasierapparate
  • Kleintiersand, Katzenstreu
  • Leere Schachteln und Verpackungen, insbesondere Kunststoffmaterialen

Zu den flüssigen Abfällen gehören insbesondere:

  • Von Tieren verursachte Abfallstoffe (z.B. Mist, Gülle, Jauche)
  • Altöl, Bremsflüssigkeit, Kühlerfrostschutz, Batteriesäure
  • Lacke, Verdünnung, Dispersionsfarbe, Beiz- und Bleichflüssigkeiten
  • Giftstoffe wie schädlingsbekämpfungs- und Pflanzenschutzmittel
  • Abfallstoffe aus Schlachtereien (Blut, Därme, Panseninhalte)

Neben diesen genannten Einleitungsbedingungen wird zudem auf die Besonderheit des Betriebes von Regenwasserkanälen hingewiesen.
Entsprechend den gesetzlichen Vorgaben des Wasserhaushaltsgesetzes, § 54 Abs. (1) Nr. 2 und des Landeswassergesetzes § 51 Abs. (1) beinhaltet dies die Sammlung von abfließendem Niederschlagswasser aus den Bereichen von bebauten oder befestigten Flächen. Diese Regenwasserkanäle leiten das gesammelte Niederschlagswasser entweder indirekt über ein Regenrückhaltebecken, oder direkt in einen Vorfluter (Gewässer z.B. Bachlauf oder die Sieg) ein. Eine Reinigung erfolgt hierbei nicht. Insofern werden von dem Gesetzgeber über die Genehmigungsbehörde für diese Gewässernutzungen entsprechende Einleitungsbedingungen (Anforderungen) bestimmt. Nicht zulässig ist beispielsweise das Einleiten der Abwässer durch das Autowaschen oder der Putzwässer einer Wohnungsreinigung über Hof- oder Straßengullys.

In folgenden Ortslagen sind Regenwasserkanäle verlegt:
Alsen, Au, Dreisel, Ehrenhausen, Eich, Eulenbruch, Geilhausen, Gierzhagen, Gutmannseichen, Halscheid, Helpenstell, Herchen-Bhf., Himmeroth, Hoppengarten, Hurst, Imhausen, Irsen, Kocherscheid, Kohlberg, Kuchhausen, Langenberg, Leidhecke, Locksiefen, Lüttershausen, Mauel, Öttershagen, Perseifen, Rieferath, Röcklingen, Röhrigshof, Rommen, Saal, Schabernack, Stromberg und Werfen.

In folgenden Ortslagen sind teilweise Regenwasserkanäle verlegt, bei konkreten Rückfragen, steht Ihnen die WTEB, Herr Jucken unter der Tel. 02292/91 12-14 zur Verfügung:
Dattenfeld, Herchen, Leuscheid, Opperzau, Rosbach und Wiedenhof.

Häusliche Abwässer können z.B. über die Toilette oder über sonstige Einrichtungen der Hausinstallation entsorgt werden. Bei jeder Autowäsche wird Schmutzwasser produziert, das nichts in der Regenwasserableitung verloren hat. Insbesondere ist zu berücksichtigen, dass verseifte Öle, Fette und sonstige Lösungsmittel bei dem Waschvorgang anfallen und über den Regenwasserkanal abgeleitet werden. Eine derartige Handhabung ist nicht zulässig, da der Gesetzgeber ohne eine weitere Vorbehandlung ausschließlich die Einleitung von anfallendem Niederschlagswasser zulässt. Insofern waschen Sie deshalb Ihr Auto nicht auf dem Hof oder auf der Straße. Motorwäsche und Unterbodenwäsche sollten der Umwelt zu liebe nur dort ausgeführt werden, wo ein Öl- oder Koaleszenzabscheider vorhanden ist.

(Text: Gemeindewerke Windeck)

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  7 Kommentare:

  1. martin.e
    24. Mai 2016 um 09:38 Uhr

    Dann sollte man aber auch mal auf die ausgebrachten Güllemengen achten, Das scheint stark überhand zu nehmen. Vor allem in der Nähe desw Trinkwasserbrunnens . Oder ?

    • H.Schmitt
      24. Mai 2016 um 11:02 Uhr

      Nicht nur da. Auch immer mehr in der unmittelbaren Nähe von Ortschaften, so dass man an vielen Tagen die Fenster zum Lüften nicht mehr offen stehen lassen kann. Und diese Grundwasserversiffung ist ohne JEDE Kontrolle.

  2. Dieter
    24. Mai 2016 um 09:43 Uhr

    Früher hat es niemanden interessiert das ganze Ortschaften ihre Sch*** in irgendeinen Siefen laufen gelassen haben, auch das WTE nicht. Kann mich noch gut an die ganze Verarschung während der Zeit der Erschließung erinnern…. Da wurde der Bürger vllt. beschissen, da will heute niemand mehr was von wissen. Hab vollstes Verständnis für jeden der sein Auto aufm hof sauber macht, egal was irgendwelche Umwelthelden jetzt von mir halten, geht mir das doch am A. vorbei. Und das WTE soll sich auch bedeckt halten bei diesen Wucher Preisen die es zusätzlich noch verlangt. Verarschen kann ich mich alleine.

  3. Tom
    24. Mai 2016 um 15:02 Uhr

    Ich lasse es dahingestellt, ob das Thema eine Fakälsprache fördert… Es kann aber doch wohl kein Zweifel geben, dass Umweltbelastungen auch von Privatpersonen vermieden werden sollten. Nur wen es nicht interessiert, dass die Sieg mittlerweile der sauberste Fluss in NRW ist und damit u.a. eine nicht geringe Wirkung auf den Tourismus hat, wird diesen Punkt ignorieren.

    • H.Schmitt
      24. Mai 2016 um 19:20 Uhr

      Völlig richtig. Denn an der Umwelt muss man seinen (berechtigten) Frust über WTE und Gemeinde ja nun auch nicht auslassen.

  4. R. Stüber
    24. Mai 2016 um 17:58 Uhr

    Und in Private Abflusskanäle gehört kein Öffentliches Abwasser aus der Strassenentwässerung , und auch kein Splitt der nach dem Teeren grosszügig verteilt wurde vom Betriebshof Windeck .

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