Jusos Rhein-Sieg: Kostenlosen Nahverkehr als Region Bonn/Rhein-Sieg denken

Im Kampf gegen die Schadstoffbelastung in deutschen Städten erwägt die Bundesregierung gegenüber der EU die Einführung eines kostenlosen Nahverkehrs, um Autofahrerinnen und Autofahrer von der Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel zu überzeugen. In einem Schreiben der zuständigen Bundesministerien wird u.a. die Stadt Bonn für eine Testphase vorgeschlagen. Die Jusos Rhein-Sieg fordern alle Beteiligten auf, ein solches Projekt von Beginn an nicht nur auf das Bonner Stadtgebiet zu beschränken, sondern als Region zu denken und zu entwickeln.

Symbolbild – Saviour1981

„Der Rhein-Sieg-Kreis darf den Anschluss nicht verpassen. Viele Menschen pendeln nach Bonn. Um den Individualverkehr in der Bundesstadt zu verringern, muss man diese Tatsache bedenken. Nahverkehrsströme halten sich nicht an Stadtgrenzen. Wirksam kann ein fahrscheinloser Nahverkehr nur im regionalen Zusammenhang werden. Als Modellregion haben wir nun eine konkrete Chance, eine neue und zukunftsfähige Finanzierung des Nahverkehrs in der Region Bonn/Rhein-Sieg zu realisieren“, so der Juso-Kreisvorsitzende Mario Dahm.

Grundsätzlich begrüßen die Jusos Rhein-Sieg die Überlegungen der Bundesregierung zu einem fahrscheinfreien Nahverkehr. „Wir fordern seit vielen Jahren ein Ticket für alle einzuführen, damit alle Menschen unabhängig vom eigenen Geldbeutel den klimafreundlichen Nahverkehr nutzen können. Das ist nicht nur das wirksamste Mittel gegen Schadstoffbelastung, sondern auch gegen Staus“, erklärt Hanna Nora Meyer, Kreisgeschäftsführerin der Jusos. Gleichzeitig warnen die Jusos davor, einen kostenlosen Nahverkehr nur als Mittel gegen Stickoxidbelastung in Großstädten zu sehen. Es darf nicht dazu kommen, dass man in Metropolen kostenlos rund um die Uhr mobil ist und in ländlichen Regionen teuer für wenige Busverbindungen zahlen muss.

(Text: Jusos Rhein-Sieg)

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  3 Kommentare:

  1. DL
    14. Februar 2018 um 15:07 Uhr

    Jetzt wird das Versäumnis (Betrug ?) der Automobilindustrie, für reine Abgase zu sorgen, auf die Allgemeinheit umgelegt. (kommt einem bekannt vor) Wer soll den die fehlenden Kapazitäten für die Beförderung der Menschen breit stellen? Das erfordert lange Planung und die Beschaffung von Transportmittel und Personal (Einstellung-Initiative der Bahn Nr. 2) und ist nicht mal eben so gemacht. Hier ist der gute Gedanke, mal wieder schneller als es der Verstand erlaubt.

    • Mario Dahm
      14. Februar 2018 um 16:00 Uhr

      Hallo “DL”, der Verstand ist – trotz Ihrer Unterstellung – durchaus vorhanden und der sagt, dass wir langfristig die öffentlichen Verkehrsmittel stärken müssen. Ein gebührenfreier ÖPNV oder zumindest ein sehr günstiges “Ticket für alle” ermöglicht allen Menschen unabhängig vom Einkommen mobil zu sein. Es ist aus Umweltschutzgründen sinnvoll, für die Gesundheit der Menschen (Schadstoff) und auch noch wirksam gegen Staus, die man sonst überhaupt nicht mehr in den Griff bekommt. Deshalb sollte der Staat an dieser Stelle sinnvoll investieren. Die Idee ist unabhängig vom konkreten Anlass eine gute Idee. Natürlich klappt das alles nicht von heute auf morgen. Hat auch nie jemand behauptet. Die Infrastruktur muss nämlich ausgebaut werden; nicht nur in den Ballungszentren, sondern auch auf dem Land. Denn auch da muss man Bus und Bahn nutzen können. Beste Grüße, Mario Dahm

  2. H.Schmitt
    14. Februar 2018 um 18:47 Uhr

    Langfristig gesehen natürlich eine gute Idee, kurzfristig und zu schnell umgesetzt eine Katastrophe. Zu den Stoßzeiten bekommt man jetzt schon kaum noch einen Sitzplatz, und die meisten Menschen werden ja auch weiterhin zu diesen Zeiten fahren. Das verteilt sich ja nicht sinnvoll über den Tag.
    Und wie hier schon erwähnt, müssen dann auch die Zubringer zu den Bahnzügen anders gestaltet werden. Regelmäßige Kleinbusse z.B., die nicht eine Stunde vorher angefragt werden müssen, und dann noch lange Umwege fahren wie manche Anrufsammeltaxis.

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