Endlich – Der Sieg-Radweg ist jetzt „verkehrsberuhigt“!

So oder so ähnlich könnte man das beschreiben, was am Mittwoch, den 12. Mai auf dem Siegweg zwischen Dattenfeld und Dreisel geschehen ist. Allerdings ist Ironie angesichts dieser verkehrs- und tourismuspolitischen Unverschämtheit vielleicht nicht Jedermanns Sache…

Die Bezirksregierung hat mit ihrem Bagger und der beeindruckenden Steinmauer am Siegufer etwas geschaffen, was in dieser Zeit des Fahrrad- und Wanderbooms kaum für möglich gehalten wird: Sie macht einen ebenso beliebten wie notwendigen Rad- und Spazierweg unpassierbar! Und das kurz vor dem „Runden Tisch“, bei dem Gemeinde, Kreis, Bezirksregierung (und Land NRW?) eigentlich eine Lösung für die seit Jahren verfahrene Situation um die Eigentumsverhältnisse, Zuständigkeiten und Verantwortung finden wollen.

Stattdessen dürfen sich alle Radfahrenden nun auf der unübersichtlichen und engen Umleitungsstrecke Dreiseler/Dattenfelder Straße von Autos mit oftmals über 70km/h überholen und gefährden lassen.

Ist das jetzt die Lösung?

Der ADFC Obere Sieg jedenfalls sagt: Vielen Dank für nichts!

dieter.zerbin@adfc-bonn.de

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  2 Kommentare:

  1. ML-Windeck
    13. Mai 2021 um 13:23 Uhr

    Wenn ich mir vorstelle, dass der Entscheider dieser Maßnahme auch noch vom Steuergeld lebt, wird der Begriff „Staatsverdrossenheit“ bildlicher. Denn mit soetwas wird sie erzeugt! Herr Landrat Schuster, Frau Regierungspräsidentin Walsken, Herr Minister Wüst? und Herr Ministerpräsident Laschet- toll hinbekommen.
    Und auch der BUND wird froh sein – ist doch ein Radweg von Schladern nach Dreisel jetzt sinnlos geworden. Dieses durch Sperre neu entstehende Schutzgebiet wird ihm zusätzliche Freude sein.
    Prio Auto – passt ja auch gut zu allen Klimamaßnahmen – zu Fuß oder mit dem Fahrrad von Schladern nach Dattenfeld ist nur mit beschwerlichen Umwegen möglich. Also bleibt nur das Auto. Die genannten Staatsvertreter sollte ihr Handeln kritisch prüfen.

  2. naturfreund-windeck
    14. Mai 2021 um 01:44 Uhr

    Hallo!

    Nachdem in NRW die Auswirkungen der Corona-Pandemie augenscheinlich ein wenig abflauen, eröffnen sich offenbar für die öffentliche Verwaltung plötzlich wieder ganz ungeahnte Kapazitäten für ein Bürger-freundlich staatliches Handeln, das uns als Gesellschaft wieder so richtig voranbringt und auch vernünftig kommuniziert wurde.

    Die im Frühjahr 2019 durch die Bezirksregierung Köln veranlassten Hangsicherungsmaßnahmen im Steilhang zum Sieg-Ufer-Weg stellten sich wieder mal als kongeniale Idee heraus. Zumal bei dieser Baumfällaktion eigentlich fast ausschließlich Wertholz entfernt wurde, das mit seinem Wurzelwerk den Hang bisher vorzüglich stabilisierte. Nach Entfernung dieser natürlichen Hangbefestigung verblieb das eigentlich zu beseitigende Schad- und Altholz im Hang und auf bedachte Weise wurde auf eine Steilhang und Boden sichernde Ersatzbepflanzung verzichtet. Das es nach dieser ökologisch sinnvollen Maßnahme nach den Starkregenereignissen der letzten Jahre zu Hangrutschen und Gesteinsabbrüchen im nun rückgebauten Siegufersteilhang kam, war so gewiss nicht vorhersehbar.

    Es wäre daher wünschenswert, wenn sich die Bezirksregierung weiterhin so tatkräftig, uneigennützig und hoch motiviert zeigen würde, nun im Nachgang eine Ersatzhangbefestigung zum Beispiel mit Steinfangnetzen zu installieren. Die Errichtung von alpinen Mini-Gebirgszügen auf den lokalen Wegenetz ist wahrscheinlich für Naherholungssuchende aus der Großstadt ganz reizvoll, wird aber bei der einheimischen Gast- und Beherbergungswirtschaft nicht zu erheblichen Umsatzsteigerungen führen.

    Wer ein wenig geschichtsbelesen ist, wird sicher schnell Parallelen der deutschen Vergangenheit erkennen und kann bereits erahnen was mit Bauwerken Ewiggestriger geschieht die physisch versuchen die Gesellschaft zu teilen.

    In diesem Sinne: Die Mauer muss weg!

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